Mittwoch, 24. August 2016

Quickstop - die Antworten (Teil 1/3)

die Fragen: MOB,  das Manöver, die Leinenverbindung, Bergen, kleine (und/oder ungeübte) Crew.
MOB = (Man(n)-über-Bord), auch Crew-over-Bord, auch Boje, oder Fender in diesem Falle. Keine einfache, und sicher keine "einzig richtige", Antwort.

Aber von Anfang an.

Das klassische Q-Wende ("Figure of Eight") Manöver erwies sich zu zweit als äusserst ungeeignet: man fährt von der Person weg, braucht Manöver-Raum sowie Deckshände für Manöver. Aufschiesser  (oder Nahezu-) zum Aufstoppen ok, aber zum Bergen? Ein bis zwei Meter Freibord bei schlagenden Schoten? Und bei einem misslungenen Versuch geht das Spiel von Vorn. Uns erschliess kein Vorteil, warum wir im Ernstfall das Manöver wählen sollten.

Es ging also mit Quickstop los.
Ein Kreis um Person, Bergung im Beiliegen.

Zum Anfang müssten wir lernen dass das Beiliegen nur dann sauber klappt wenn man wirklich, wirklich = null, Fahrt im Boot hat. Erst in Wind gehen, Fahrt abbauen, und mit der letzten Ruderwirkung ins Beidrehen gehen.

Das Quickstop selber:
(aus Am- oder Halbwind) nach etwa ein oder zwei Bootslängen Wende, Fock steht back und druckt nach Lee (perfekte Position die Bergeleine auszubringen, evntl den R-Kragen), schnell durch das Halbwind, mit dichtem Gross und backender Fock auf Vorwind durch die Halse und ohne Fock zu lösen ins Aufschiesser nah an der Person. Im Anschluss im Luv Beidrehen zum Bergen.
Kein Krach, niedriges Freibord im Lee, die Person bleibt während des Manövers an der gleichen Seite des Bootes. Bei misslungenem Versuch fährt man den Kreis nochmal, aber enger zur Person - weniger Fahrt, man nähert sich.
(aus tieferen Kursen als Halbwind) Anluven, in Wind gehen, Schotten schnell dicht holen und wie oben Manöver fahren.
Wichtig in beiden Fällen: möglichst schnell durch Halbwind gehen (starke Schräglage) und nach der Halse ordentlich gegen Ruder um sofortiges Aufschiessen zu vermeiden.

Bewusste Entscheidung im Lee zu bergen: zu zweit sehen wir keine realistische Alternative im Luv bei ein-zwei Meter Freibord! Auch andere bewusste Entscheidung: kein Nahezuaufschiesser zu Fahren und die Fock back stehen zu lassen für Aufschiesser - Einhand deutlich eifacher, die Genua Schoten verknoten sich nicht bei Schlagen, Möglichkeit auf Kurskorrektur durch Anluven oder Beidrehen (wie auch "Neustart" des Manövers).

....Fortsetzung folgt

(Hamburger Manöver vs Münchener)
(modif. Hamburger Manöver + Quickstop)
(Bild und Video material)


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